ARCHIV FÜR AUTOBAHN- UND STRASSENGESCHICHTE

AfASG | Aktuelles / News

        → Lupe

19.10.2017 Baustrecke 135/136 Streitau – Reichenberg

Ein belebendes Element für die Untersuchung regionaler Besonderheiten der Reichsautobahngeschichte ist die Neugier von Heimatforschern. So befasst sich seit wenigen Wochen eine Initiative mit den Baustrecken 135 Streitau – Karlsbad bzw. 136 Karlsbad – Reichenberg. Für diese Reichsautobahnen waren nach der Annexion des Sudetenlandes in aller Eile Grobpläne entwickelt worden. Die Feier des Ersten Spatenstichs fand nach bewährtem Ritual am 1. Dezember 1938 auf dem Marktplatz in Eger statt.

Unser ARCHIV FÜR AUTOBAHN- UND STRASSENGESCHICHTE unterstützt dieses Forschungsprojekt mit Rat und Tat. Unter anderem kommt es darauf an, örtliches Material zu sammeln und im Gelände diesseits und jenseits der heutigen Grenze Spuren erster Trassierungen zu erkunden. Im kommenden Jahr wird es eine gemeinsame Präsentation der Ergebnisse geben.


18.10.2017 Berliner Meilenstein an der A 7 bei Northeim erhält Denkmalschutz

Am 12. September 2017 fand der Spatenstich für den sechsstreifigen Ausbau der A 7 zwischen Seesen und Nörten-Hardenberg statt. Das bedeutet Gefahr für den Berliner Meilenstein mit der Aufschrift „Berlin 300 km“ auf dem Mittelstreifen der A 7 bei Betriebs-km 244,3 in Fahrtrichtung Hannover. Da er zu jenen ersten Exemplaren gehört, die 1954 an drei nach Berlin führenden Autobahnstrecken errichtet worden sind, handelt es sich um ein kulturhistorisch bedeutsames Kleindenkmal.

Unser ARCHIV nahm sich dieser Sache sofort an. Durch vorbehaltlose Unterstützung der Bauaufsicht der Stadt Northeim, die auch für Denkmalfragen zuständig ist, gelang es, den Meilenstein durch das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege unter Schutz stellen zu lassen, um ihn für die Nachwelt zu bewahren. Er wird vor Beginn der Bauarbeiten abgeräumt und sachgerecht zwischengelagert. Die Stelle der Wiedererrichtung soll nach Abschluss der Bauarbeiten an der A 7 bestimmt werden.
 
  In der Denkmalbegründung des Landesamtes für Denkmalpflege heißt es:

  „Der Northeimer Berliner Bärenstein erfüllt [..] somit alle Ausweisungskriterien des NDSchG.
 
  Die im Hause abgesprochenen fachlichen Ausweisungs-Kriterien beziehen sich zum einen auf die Zugehörigkeit zur ersten oder zweiten Aufstellungsphase, das heißt die frühen Autobahnbären sowie die KM-Steine, die im Zusammenhang mit dem 17.Juni-Aufstand von 1953 bzw. in Folge des Mauerbaus vom 13 .August 1961 aufgestellt wurden. Zum anderen halten wir es für angebracht, von jedem Stein-/ Bären“typ“ je ein erhaltenes Exemplar beispielhaft auszuweisen. Alle späteren Steine, d.h. aus den späten 60er bis in die 80er Jahre hält das NLD nicht mehr für denkmal­relevant.   In Anbetracht dieser Kriterien wurden bislang die Steine in Aurich, Braunschweig, Bückeburg, Emden, Göttingen, Hannover, Helmstedt, Oldenburg, Rotenburg/Wümme, Syke und Wilhelmshaven aufgrund ihres Zeugnis- und Schauwert für die Orts-/Landes- und National-Geschichte, die politische Geschichte nach dem 2.Weltkrieg sowie dem erheblicher Erinnerungs- und Symbolwert als Kulturdenkmale gemäß § 3.2 NDSchG ausgewiesen.“

BM-Stein
 
© Foto: R. Below, 3/2016


29.09.2017 Innerstädtische Straßengeschichte

Hauptstraßen führten traditionell quer durch Städte und Gemeinden. Mit der Zunahme des Automobilverkehrs seit den 1920er Jahren wuchs die Notwendigkeit, für den Fahrzeugstrom Umgehungsstraßen zu bauen, um die Stadtkerne zu entlasten. Die Massenmotorisierung seit Mitte der 1950er Jahre beschleunigte diesen Prozess, doch ist er bis heute nicht abgeschlossen. Die Erfindung der Fußgängerzonen verbannte die Autos schließlich weitgehend aus den innerörtlichen Zentren.

Haupteinkaufsstraßen in den Kommunen sind ein Spiegelbild dieser Entwicklung. Verkehrshistoriker haben allerdings zu diesem nicht nur lokalgeschichtlich bedeutsamen Thema  bisher kaum geforscht. Anknüpfend an seinen 2016 gehaltenen Vortrag über die Veränderungswirkung des Autos auf Bad Homburgs Straßen beschäftigte sich Dr. Reiner Ruppmann am 6. September 2017 in seinem Vortrag „Von Hoflieferanten und Handyshops“ mit der Bad Homburger Zentralachse Louisenstraße im Jahr 1916/17 und heute. Die Fotos und Postkarten verglichen nicht nur Einzelhandel und Gewerbebetriebe, sondern erläuterten auch die Veränderung des Straßenbildes und hoben die erhaltenswerten Gebäude aus vergangenen Jahrhunderten hervor.

Der Vortrag hat so viel Aufmerksamkeit erregt, dass der Autor gebeten wurde, über diesen städtischen Aspekt der Strassengeschichte vor weiteren Interessengruppen zu referieren.


  Luisenstraße alt        Luisenstraße aktuell
© Fotos: Stadtarchiv Bad Homburg (l) und Dr. Reiner Ruppmann (r).


28.09.2017 Unterstützung einer Dokumentation über die A 1

Immer wieder bitten Filmproduktionen, Fernsehjournalisten oder Rundfunkanstalten unser Archiv um Unterstützung, wenn sie sich mit der Autobahngeschichte oder einer bestimmten Strecke befassen. So erhielten wir dieser Tage eine E-Mail des freien Fernsehjournalisten Clemens Gersch, der zusammen mit seinem Kollegen Michael Wieseler an einer 45minütige Dokumentation über die A 1 arbeitet. In den Blick genommen wird dabei der in Nordrhein-Westfalen liegende Autobahnabschnitt von Lotte/Osnabrück bis zum Ausbauende bei Blankenheim.

Der Film wird als Eigenproduktion des WDR produziert und soll im nächsten Jahr in der Reihe „Doku am Freitag“ des WDR-Fernsehens an einem Freitagabend um 20.15 Uhr gesendet werden.

Wir stellen in solchen Fällen kostenlos jene Unterlagen zur Verfügung, die wir selbst haben, geben aber auch Hinweise auf weiteres Material und Tipps für mögliche Quellen in relevanten staatlichen bzw. kommunalen Archiven oder Institutionen.

Wie wertvoll eine solche Zusammenarbeit zwischen Kommunikations-Profis und Experten sein kann, zeigt der folgende Beitrag des gleichen Autorenteams über die Autobahn A 40, den früheren Ruhr-Schnellweg, der am 28. April 2017 gesendet wurde. Viel Freude beim Betrachten.

  Dokumentationscover

Die A40 - Lebensader im Revier
28.04.2017 | 44 Min. | UT | Verfügbar bis 28.04.2018 | Quelle: WDR

 


18.09.2017 Meilensteine
Vortrag bei der Forschungsgruppe Meilensteine

Die Forschungsgruppe Meilensteine e. V. hielt vom 15. – 17.09.2017 in Neuhof bei Fulda ihre Jahrestagung ab. Traditionell werden am Samstag-Nachmittag halbstündige Berichte über neue Funde und Forschungsergebnisse präsentiert.

Aufgrund der jüngst vereinbarten Zusammenarbeit (siehe Meldung in Aktuelles vom 18.06.2017) erhielt unser Archiv die Einladung, über die Geschichte der Berliner Meilensteine von 1954 an westdeutschen Autobahnen zu berichten. Herr Dr. Ruppmann nahm die Gelegenheit wahr, den in der Straßengeschichte des 19. Jahrhunderts bewanderten Vereinsmitgliedern dieses spezielle Thema aus dem 20. Jahrhundert näher zu bringen.

Die Vorträge der Forschungsgruppe zu Meilensteinen in Hessen, Polen, Mecklenburg-Vorpommern und im Oldenburger Land sowie zu bayerischen Stundensäulen in der Rhön haben gezeigt, wie die im 19. Jahrhundert nach und nach chaussierten und als Postkurse genutzten Hauptverbindungsstraßen Einfluss auf das im 20. Jahrhundert entstehende Straßennetz hatten. Insofern wird unser ARCHIV FÜR AUTOBAHN- UND STRASSENGESCHICHTE auch zukünftig bei Bedarf an die Erkenntnisse der Forschungsgruppe Meilensteine anknüpfen, wenn es darum geht, bei bestimmten Strecken Kontinuität und Wandel herauszuarbeiten.


11.09.2017 Neue Netzbeeinflussungsanlage auf der A 2 in Betrieb
Informationen über Staus und Verkehrsstörungen sowie mögliche Umleitungen

Wenngleich die nachfolgend genannte Pressemitteilung bereits am 17. Mai 2017 erging, soll sie wegen ihrer Bedeutung den Interessenten der Seite 'Aktuelles' dieses Internetaufteitts zur Kenntnis gegeben werden.

An jenem Tag ging die neu aufgebaute digitale Netzbeeinflussungsanlage auf der A 2 zwischen den Autobahnkreuzen Hannover-Ost und Wolfsburg/Königslutter in Betrieb. Durch sie erhalten Verkehrsteilnehmer im Städtedreieck Hannover - Braunschweig - Salzgitter auf zehn Hinweisschildern Informationen über Staus und Verkehrsstörungen sowie mögliche Umleitungen. Die Baukosten betrugen 5,5 Millionen Euro und wurden vom Bund finanziert.

Die vollständige Presseinformation ist über die Verlinkung zur Website der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zu erreichen.

Presseinformation vom 17. Mai 2017     Nadel  

Netzbeeinflussungsanlage
 
Netzbeeinflussungsanlage
 
Abbildungen 1a/b: Beispiele für ein digitales Hinweisschild auf der A 2 am Autobahnkreuz Wolfsburg/ Königslutter in Fahrtrichtung Dortmund. Sofern keine Ereignisse und Störungen vorliegen, bleiben die Anzeigetafeln dunkel. © Quelle: Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, 5/2017
 
Anlagenstandorte
 
Abbildung 2: Übersicht der fünf Standorte für die digitalen Wegweiser mit integrierten Stauinformationen (dWiSta).
© Quelle: Nds. Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, 5/2017


Dr. Dr. R. Ruppmann
Redaktion Bad Homburg
redaktion@autobahngeschichte.com
H. Schneider
Redaktion Naumburg (Saale)
korrespondenz@strassengeschichte.de

Valid HTML 4.01 Transitional       → Lupe